Vorfreude auf einen spannenden Kleinkunstfrühling …

Lÿz-Saison startet 
in die zweite Halbzeit!

Literatur, Theater, Jazz und jede Menge Comedy und Kabarett


Stand: 28.11.2021

Nach einer spektakulären ersten Saisonhälfte inklusive des ereignisreichen zehntägigen Geburtstagsmarathons fällt nun der Startschuss zur spannenden zweiten Kleinkunst-Halbzeit im Siegener Kulturhaus Lÿz. Rund 70 Mal leuchten hier von Januar bis März die Scheinwerfer für jede Menge Literatur, Theater und Jazz sowie für Comedy und Kabarett …

Gleich zu Beginn wirft Werner Koczwara (8. Januar) mit „Am Tag, als ein Grenzstein verrückt wurde“ seinen scharfen, satirischen und vor allem sehr komischen Blick auf irrwitzige Regelungen, Gesetze und undurchsichtige Bestimmungen. Seit nunmehr 30 Jahren hat der Kabarettist Koczwara großen Spaß daran, den Unfug aus der deutschen Ordnung herauszuklopfen und zu zeigen, dass ein realer Paragraf oft viel komischer ist als die feinste Satire. 

„Die Raststätte“. Eine ungewöhnliche Liebeserklärung heißt es eine Woche später bei Florian Werner (14. Januar) in einer Hommage an einen Ort, der weitaus faszinierender ist als sein Ruf. Gerade in einer Autofahrernation wie der deutschen gehören Raststätten zu den wichtigsten Gebäuden überhaupt. Werner sprach mit Raststättenbetreibern, die den Lärm der Autobahn lieben, lernte von einem Botaniker, wie man sich von Pflanzen am Fahrbahnrand ernährt und entwarf eine kleine Philosophie der Sanifair-Toilette.

Neben weiteren preisgekrönten Kabarettisten wie Mathias Tretter (11. Februar) und Vince Ebert (4. März) sind natürlich auch wieder spannende Newcomer wie David Kebekus (12. März) oder die Redakteure des Fußballmagazins 11FREUNDE (18. März) mit ihrer gleichnamigen Show-Lesung „11FREUNDE“ live im kommenden Lÿz-Programm zu finden. 

Vor allem aber zeigt die weibliche Wortfraktion in den nächsten drei Monaten, dass sie jede Menge zu sagen hat: Los geht es mit Sandra Kreisler (21. Januar), die zusammen mit Roger Stein in ihrem neuen Programm „Glück“ mit satten Liedern und Texten die „Generation-Konfliktfrei“ infrage stellt und sich dabei witzig-treffend und zugleich tiefsinnig-hintergründig Gedanken über den Zustand unserer Vielleicht-Gesellschaft macht. 

Treffsicher beweist Carmela de Feo (29. Januar) nur wenig später als La Signora, dass Schicksal auch Spaß machen kann. Ganz gleich ob anbetungswürdige Verführerin oder verführte Angeberin – „Allein unter Geiern“ ist La Signora für jede Situation passend gekleidet und zeigt wie allein man sein kann, wenn selbst die Geier nicht mehr über einem kreisen. 

Auch Wibke Eymess hat zusammen mit ihrem Bühnen- und Lebenspartner Fridolin Müller ihre eigene Form des Kabaretts gefunden. Als Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie (4. Februar) sind sie mit „Gleich knallt’s“ entwaffnend-komisch bis romantisch-melancholisch, politisch-agitierend bis kalauernd-versöhnlich, und wenn sie sich dabei nicht gerade unterhaltsam verquatschen, singen und tanzen sie selbstkomponierte Lieder, spielen auf der Lichtorgel und führen eine Smartphonie auf. 

Mit einer Lesung aus ihrem Buch über Take That lässt Mitte Februar dann die Spiegel-Kolumnistin Anja Rützel (12. Februar) ihre Erlebnisse mit der „besten Boygroup aller Zeiten“ Revue passieren: Aus ihren Liedern hatte sie alles gelernt, was man über das Suchen und Erfinden der Liebe wissen muss. Aus der Trennung und der glücklichen Wiedervereinigung lernte sie dann alles über Hass und Versöhnung. Und über würdevoll cooles Erwachsenwerden im Pop und anderswo. 

Lioba Albus, Anna Depenbusch und Luise Kinseher heißen schließlich im März die starken Lÿz-Frauen, die der zweiten Spielzeithälfte innerhalb einer Woche ihren Stempel aufdrücken: So weiß Lioba Albus (25. März) alias Mia Mittelkötter in „Mia – Weltmacht mit 3 Buchstaben“ ganz genau, dass die Welt aus Göttern und Göttinnen, Fachmännern und Fachfrauen, Königen und Königinnen besteht! Jede(r) hat Ahnung von allem und teilt ... teilt sich mit, teilt aus, teilt ein und glaubt, dass die Sonne seinetwegen oder ihretwegen auf- und untergeht. Aber nur die flinkste Zunge aus dem Sauerland weiß, worum es wirklich geht und was die Welt im Großen und Kleinen retten kann. 

Die Hamburger Liedermacherin und Pop-Poetin Anna Depenbusch (26. März) ist dagegen eher eine Meisterin der leisen und der Zwischentöne. Musikalisch zwischen Edith Piaf, Björk und Hildegard Knef angesiedelt, ist sie von tieftraurig bis urkomisch ständig im Zwiegespräch mit den eigenen Worten. Mit eben dieser Mischung hat sie mittlerweile ihre ganz eigene Geschichte geschrieben. Fünf Studioalben, deutschlandweite Tourneen mit ausverkauften Konzerten und Auszeichnungen wie der „Fred-Jay-Preis“ und der „Deutsche Chanson-Preis“ sowie zwei Nominierungen für den „Deutschen Musikautorenpreis“ sprechen für sich und vor allem für sie. 

Bevor das Lÿz seine Besucher dann in die wohlverdiente Sommerpause entlässt, heißt es schließlich bei Luise Kinseher (30. März) und ihrem Programm „Mamma mia Bavaria“ noch einmal tief durchatmen und gut nachdenken – schließlich geht auch die „Mama Bavaria vom Nockherberg“ auf die großen globalen Fragen ein: Welche Bedeutung hat Bayern vom Weltraum aus betrachtet? Und welche Bedeutung hat das für die Welt? Bayern passt gerade mal auf einen moosgrünen Bierdeckel, der bei Google Earth mit drei Klicks im tiefen Einheitsblau des Planeten verschwindet ... das kann die Kinseher natürlich nicht auf sich sitzen lassen und fragt sich: Wie wirkt sich das bayerische Mantra „Mia san Mia“ eigentlich auf eine Schafherde in Neuseeland aus? Und ist es wahr, dass in China eher ein Sack Reis umfällt, als dass ein Franke einen Maßkrug ext? 

Das Programmheft für das Lÿz-Frühjahr 2022 mit allen Veranstaltungsterminen des Siegener Kulturhauses kann kostenlos beim Kultur!Büro. des Kreises Siegen-Wittgenstein angefordert werden. 

Weitere Infos und Tickets gibt es auf www.Lyz.de oder unter Tel. 0271-3332448.



Foto Carmela De Feo: © Harald Hoffmann, 
Foto Daphne de Luxe: © Simona Bednarek,
Foto Florian Werner: © Carolin Saage, 
Foto Mathias Tretter: © Dominic Reichenbach,
weitere Fotos: © Veranstalter