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Programmheft für den kommenden Kleinkunstherbst erschienen …

Lÿz startet in die neue Spielzeit

„Butter bei die Fische“ heißt es ab 27. September für das Siegener Kulturhaus Lÿz: Sechs Monate lang ziehen hier kapitale Kabarettisten und Literaten ebenso ihre Bahnen wie taktvolle Musiker, knuddelige Poetry-Slammer und ausdrucksstarke Schauspieler. Rund 160 Mal können Kleinkunstfreunde sich dann in der kommenden Saison ihr persönliches Highlight angeln oder auch bisher unbekannte Leckerbissen entdecken …

Der wortgewaltige Startschuss fällt auch in diesem Jahr in der Siegener St. Johann Straße wieder mit jeder Menge großer Namen: Zunächst wirft Kabarettist Thomas Freitag (27.9.) in „Europa, der Kreisverkehr und ein Todesfall“ seinen scharfen, satirischen und vor allem sehr komischen Blick auf Europa – oder das, was davon übrig ist. Er schlüpft dazu in die Rolle des EU-Bürokraten Peter Rübenbauer, der für die Entwicklung aller europäischen Kreisverkehre zuständig ist, bis der ‚Worst Case‘ geschieht: Rübenbauer verunglückt ausgerechnet in einem Kreisverkehr und findet sich nun auf zwischen Himmel und Hölle, zwischen dem ewigen Licht und einer EU-Energiesparlampe wieder.

Eine Woche später gibt sich Schauspieler Christian Berkel (5.10.) – u. a. bekannt durch seine Rolle in „Inglourious Basterds“ oder als „Der Kriminalist“ mit seinem Romandebüt „Der Apfelbaum“ die Ehre. Mit großer Eleganz erzählt Berkel darin die Geschichte seiner Mutter und seiner Familie über drei Generationen hinweg und nimmt die Leserinnen und Leser mit auf eine Reise von Ascona, Berlin, Paris, Gurs und Moskau bis nach Buenos Aires. Dabei liest er im Lÿz nicht nur, sondern gibt auch Einblicke in die Recherchen zu seinem literarischen Erstling und in seine Arbeit als Schauspieler. Doch ob HG. Butzko (15.11.) seine Recherchefühler ins Daten-Nirwana ausstreckt, mit Dietmar Wunder (7.12.) die deutsche Stimme von James Bond alias Daniel Craig aus „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“ liest, Stefan Waghubinger (4.1.) österreichisches Jammern mit deutscher Gründlichkeit verbindet oder Dominique Horwitz (18.1.) mit seinem neusten Buch von den Spielarten der Liebe erzählt – neben den klingenden Namen aus Comedy, Kabarett und Literatur kommen natürlich auch wieder einige vielversprechende Bühnen-Newcomer zu Wort: Willy Nachdenklich (31.10.), der Schöpfer der Vong-Sprache beispielsweise. Seine Facebook- Seite „Nachdenkliche Sprüche“ mit Bildern begeistert über 350.000 Follower mit parodierten Sinnsprüchen, die vor Rechtschreibfehlern nur so strotzen. „I bims“ wurde von Langenscheidt zum Jugendwort des Jahres 2017 gewählt. Mit seiner Vong-Sprache hat er nachhaltig die deutsche Internetsprache beeinflusst und geprägt. Jetzt bringt Willy seinen Witz vom Internet auf die Bühne und liest aus seinen Büchern oder gibt hintergründige Geschichten über seine erfolgreichsten Posts zum Besten.

Sebastian 23 (16.11.) hat dagegen bereits den schwarzen Gürtel im Poetry Slam (und einen grauen Gürtel, den er sich vor einem halben Jahr bei Karstadt gekauft hat). Mit beiden macht er auf seiner Tour Station im Lÿz und bringt sein neues Soloprogramm auf die Bühne! Brandneue Texte, die den Brückenschlag zwischen Humor und Tiefsinn versuchen, dabei allerdings scheitern und einfach in der Luft hängen bleiben. Fein verlötete Wortakrobatik trifft bei ihm auf grob gehauene Schlagfertigkeit.

Nikita Miller (29.11.) durchlebt „Auf dem Weg, ein Mann zu werden“ einen Fehlschlag nach dem anderen – bis ihm gesagt wird: „Hör endlich auf, deine Zeit damit zu verschwenden, nach der richtigen Frau zu suchen. Versuch stattdessen endlich mal zum richtigen Mann zu werden.“ Doch was macht einen Mann aus? Beim Ausleben fremder Prinzipien wird Nikita Miller immer wieder vor den Kopf gestoßen. Somit steht für ihn fest: Den Weg, ein Mann zu werden, muss er alleine gehen. Und dabei stößt er auf so manche Erkenntnis, die ein begeisterter Dieter Nuhr „als völlig eigene Form von Alltagssatire“ kommentierte.

Wem bei so viel Wort der Sinn nach Musikalischem steht, findet seine Highlights ebenfalls im Lÿz. Bei „Beauty of the beast“ zähmen die Musiker der WDR Big Band (28.9.) zusammen mit ihrem Chefdirigenten Bob Mintzer und zwei Solisten, ein Klang gewordenes Biest – die Hammond-Orgel in doppelter Ausführung. Oder Metaller Geballer VIII (9.11.) wirbelt mit Hyems, einem Black-Metal-Fünfer aus Marburg, dem kompromisslosen, groovenden Oldschool Deathmetal der Siegener Trial of Death, den vier Braunschweiger von Demored und ihrem lupenreinen Deathmetal mal groovend, mal ballernd, mächtig Staub auf. Headliner des Abends ist Revel in Flesh aus dem Schwabenländle.

Das Programmheft der Saison 2019/2020 mit allen 160 Veranstaltungsterminen im Siegener Kulturhaus Lÿz kann kostenlos beim Kultur!Büro des Kreises Siegen-Wittgenstein angefordert werden.


Foto Thomas Freitag: © Pepijn Vlasman , Foto Christian Berkel: © Gerald von Foris, Foto Sebastian 23: © Henriette Becht, Foto Nikita Miller: © Jens Rüßmann

Veranstalter/Kontakt:
Kultur!Büro des Kreises Siegen-Wittgenstein
St.-Johann-Str. 18 in Siegen
Info-Telefon: 0271-3332448
www.Lyz.de


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